Bisheriger Vertretungs-Kirchenmusiker aus Osnabrück fühlt sich von Gemeindeleitung unfair behandelt. 

Die Kirchengemeinde Börninghausen soll nach Monaten der Vertretungstätigkeit nun einen eigenen Organisten bekommen. Wie Pfarrer Steffen Bäcker, Pastor in der pfarramtlichen Verbindung Bad Holzhausen-Börninghausen gegenüber der NW bestätigte, läuft aktuell das Einstellungsverfahren für einen festangestellten Kirchenmusiker .

St Ulricus OrgelFür die Kirchengemeinde Börninghausen und insbesondere die Organisation der regelmäßigen Gottesdienste erleichtert dies einiges. Es gibt einen festen Ansprechpartner für die Kirchenmusik.

B-Kirchenmusiker Josef Kreimer aus Osnabrück hingegen ist empört: Er fühlt sich von der Gemeindeleitung unfair behandelt: „So etwas ist mir in meiner 35-jährigen Kirchenmusiker-Tätigkeit noch nicht passiert“, beginnt sein Brief an den Kirchenvorstand an St. Ulricus.

Zu Pfarrer Beckmann habe er immer ein gutes Verhältnis gepflegt, so Kreimer, der freiberuflich auch für die katholische Liebfrauenkirche Osnabrück tätig ist. Mit dem Pfarrer i.R. habe er seinerzeit die Vertretungstätigkeit in der St. Ulricus Kirche abgesprochen – „ein Handschlag gilt doch auch etwas.“ Etwa einmal im Monat habe er 2012 im Gottesdienst die Orgel gespielt, die übrigen Gottesdienste wurden von anderen Vertretungen übernommen.

Im vergangenen Jahr seien noch sieben Termine vom 10. Februar bis Mai 2013 mit ihm vereinbart worden. Als er sich am 6. Februar beim Pfarramt nach der Gottesdienst-Liturgie für den 10. Februar erkundigen wollte, habe ihm das Sekretariat mitgeteilt, dass seine Dienste ab sofort nicht mehr benötigt würden. In seinem Schreiben an die Gemeindeleitung weist Kreimer darauf hin, dass er mit seiner freiberuflichen Tätigkeit – auch im Dienst der Gemeinde Börninghausen – seinen Lebensunterhalt bestreite. 35 Euro plus Fahrkostenerstattung habe er pro Einsatz bekommen. 

Den Umgang mit seiner Person bezeichnet er als „wenig anständig“. Er hätte sich aufgrund der regelmäßigen Zusammenarbeit gewünscht, sowohl über die Neustrukturierung der Gemeinden Börninghausen und Bad Holzhausen wie über die Einstellung eines festen Organisten frühzeitig informiert zu werden.

Dieses sei der einjährigen Pfarrstellenvakanz und dem Wechsel geschuldet, so Pfarrerin Hilke Vollert, die mit Beginn der pfarramtlichen Verbindung seit 1. Februar nun für Börninghausen zuständig ist. Vergangenes Jahr seien viele der Aufgaben nur durch die ehrenamtliche Mitarbeit der Presbyter möglich gewesen. „Für die Presbyter, die sich um sehr vieles kümmern mussten, war das ein schweres Jahr“, so Hilke Vollert. Es gab niemanden, der alles im Blick haben konnte.

Noch am 6. Februar wurde ein versöhnlicher Brief aufgesetzt, in dem sich die Gemeindeleitung für das Versäumnis entschuldigt und sich für Kreimers kirchenmusikalischen Einsatz in Börninghausen bedankt. Holger Petersmann, der bislang dem Presbyterium vorstand, werde noch einmal das persönliche Gespräch suchen, so Pfarrerin Hilke Vollert, die seit 12. Februar den Presbyteriumsvorsitz hat.

Quelle: Neue Westfälische