Pfarrehepaar Hilke Vollert und Steffen Bäcker über die Veränderungen im Eggetaler Gemeindeleben.

An der Tür des Gemeindebüros im Albert-Schweizer-Haus hängt schon der Gottesdienstplan für das ganze Jahr. Ein Indiz dafür, dass die wichtigsten Weichen für die Zeit nach Pfarrer Friedrich-Wilhelm Beckmann gestellt sind.

Pfarrerehepaar

Vieles wird in der evangelischen Kirchengemeinde bleiben, wie bisher, einiges aber auch anders.
Die Neuen in Börninghausen sind zwei Altbekannte: Die Pfarrer aus Bad Holzhausen, Hilke Vollert und Steffen Bäcker, betreuen auch das Eggetal. Zentrum des Gemeindelebens bleibt der Gottesdienst.  Hilke Vollert (42) wird am 3. Februar in ihre neue Aufgabe feierlich in der St.-Ulricus-Kirche eingeführt.

 

Wie berichtet (LK vom 16. Januar), wird am 3. Februar Hilke Vollert als Pfarrerin für Börninghausen eingeführt. Künftig ist die Bad Holzhausenerin gemeinsam mit ihrem Mann Steffen Bäcker für Börninghausen zuständig. Pfarramtliche Verbindung nennt sich das Konstrukt. So wird die Selbstständigkeit der Gemeinden gewahrt, obwohl ihnen nur noch je eine 75-Prozent-Pfarrstelle zugewiesen wird. Der Vorschlag des Kirchenkreises, die beiden Pfarrer anzusprechen, die sich bislang die Bad Holzhausener Stelle teilen, stieß sowohl bei dem betroffenen Ehepaar, als auch bei den Presbyterien auf Einverständnis. »Für uns war das jetzt ein guter Zeitpunkt«, sagt Steffen Bäcker mit Blick auf die größer gewordenen Kinder. Und Hilke Vollert ergänzt: »Es motiviert mich, etwas Neues kennen zu lernen. Neue Formen auszuprobieren und zu sehen, was trägt.«

Für zwei eigenständige Gemeinden nur noch anderthalb Pfarrstellen - da gilt es umzuorganisieren. So sollen mehr Verwaltungsaufgaben vom Kirchenkreis wahrgenommen werden. Das Modell wird auch deshalb funktionieren, weil jeder Ort durch gemeinsame Angebote dazugewinnt, ist das Pfarrehepaar überzeugt. Hausbesuche, Beerdigungen oder Gottesdienste - viele Aufgaben teilen sich die Pfarrer untereinander auf.

»Dem Presbyterium von Holzhausen ist es wichtig, dass wir beide dort präsent bleiben«, sagt Steffen Bäcker. Und so soll das in vielen Fällen auch im Eggetal sein. Erprobt ist die Zusammenarbeit bereits bei den Chören oder der evangelischen Jugend. Jetzt plant auch der Männerkreis einen gemeinsamen Neustart. Und die Kinderkirche geht von April an ebenfalls zusammengetan. Wie Pfarrer Bäcker berichtet, gibt es jeden ersten Sonntag im Monat abwechselnd Angebote: in Börninghausen als Familiengottesdienst, in Bad Holzhausen als paralleler Kindergottesdienst. »Das soll auch attraktiv für Taufen sein«, sagt Bäcker. Getrennt bleibt der Konfirmandenunterricht. »Und ganz wichtig war uns, dass in jeder Kirche jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert wird.« Deshalb sind neue Zeiten notwendig: Börninghausen 10.45 Uhr, Bad Holzhausen 9.15 Uhr. Dazu kommt je einmal im Monat ein Samstagabend-Gottesdienst.

»Wir wollen in Börninghausen ein breites Angebot zu schaffen, um ein evangelisches, lebendiges Gemeindeleben zu ermöglichen«, sagt Hilke Vollert. Entsprechend soll der Gottesdienst offener gefeiert werden, die gängige landeskirchliche Liturgie auch mal variiert werden. »Kirche soll im Dorf verwurzelt sein, mitmachen mit ihrem besonderen Anliegen«, sagt Steffen Bäcker. Das ist auch ein Grund, warum Hilke Vollert gemeinsam mit Presbyter Holger Petersmann beim Dorfentwicklungskonzept mit dabei ist. Sie freut sich außerdem bereits auf Kontakte zu Grundschule, Kindergarten und Vereinen. Neben der klassischen Gemeindearbeit werden sich die »Neuen« in Börninghausen auch um Bauliches kümmern müssen. Die Sanierung der Kirche ist zwar abgeschlossen, viele Rechnungen müssen aber noch bezahlt werden. Und dann ist die Frage, wie das kaum noch beheizbare Albert-Schweizer-Haus finanziell tragbar renoviert werden kann.

Quelle: Lübbecker Kreiszeitung