• Die Gemeinde
    BÖRNINGHAUSEN - BÜSCHERHEIDE - EININGHAUSEN
    Unser Zuhause ist das Eggetal.
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    Unser Zuhause ist das Eggetal.

Du lebst wo Du Dich wohlfühlst.

Das Eggetal gehört zur Stadt Preußisch Oldendorf - eine Stadt mit Geschichte, eingebettet in der grünen Idylle des Wiehengebirges. Gelegen zwischen den alten Bischofsstädten Osnabrück und Minden im Norden Westfalens. Die landschaftlich reizvollen Orte und die Menschen machen das Eggetal so lebenswert. Ein breitgefächertes Vereinsleben belebt das gesellschaftliche Miteinander und fördert das Heimatbewusstsein der "Eggetaler".

Die Gemeinde

Über Lesbos und den Balkan: Journalist Mohammad Ghunaim (25) ist aus Syrien nach Deutschland geflohen.

Mohammad Ghunaim sitzt am Schreibtisch.  Auf dem Globus zeigt er die 4000 Kilometer lange Route, die ihn nach Deutschland geführt hat. Vor drei Monaten flüchtete er aus Syrien  vor  Bomben,  Terror und  Perspektivlosigkeit. Der 25-jährige Journalist hat seine Reise von Damaskus über den Balkan bis nach Börninghausen mit Bildern dokumentiert.

 

Flucht Mohammed 1

Der Kniefall von Lesbos
Dieses Foto hat Mohammed Ghunaim nach der Schlauchboot-Fahrt auf die Insel gemacht. Zu sehen ist auch, wie ein Helfer zwei Kinder an Land bringt.


Waffen und Gewalt
Seine  Motivation zur Flucht sei vor allem eins gewesen: »Angst«, sagt Ghunaim. Angst vor dem IS, vor Waffen und Gewalt. »In Syrien hat sich durch den Krieg alles verändert. Unsere Heimat wird es sehr schwer haben. Ich sehe die Ereignisse dort als einen kleinen Weltkrieg, denn es sind viele Parteien involviert. Das Leben dort ist sehr hart«, sagt Mohammed Ghunaim. Er beschloss, aus dem Chaos zu  fliehen: »Meine  Eltern  wissen, dass ich mir immer sehr genaue Pläne mache, und dass ich vernünftig bin. Es war aber trotzdem sehr schwer, ihnen von meinen Plänen zu erzählen.«

Leben vor dem Krieg
Ghunaim hatte in Damaskus studiert und seinen Bachelor im Fach Medien, PR und Werbung erworben. Für das »Syrian Arab Red Crescent« (SARC), das Pendant des Deutschen Roten Kreuzes in  Syrien, war Ghunaim journalistisch als Informationsmanager tätig. Trotz seines festen Jobs verdiente er nur 150 US-Dollar im Monat. Zu wenig. Es reichte nicht, um auch noch seine Eltern Hatem (55) und Amal (50) finanziell zu unterstützen. »Mein Vater ist Bäcker. Er wurde krank und verlor seinen Job. Meine Mutter ist Lehrerin, doch auch in diesem Beruf verdient man in Syrien nur wenig Geld«, erzählt Ghunaim. In der persischen Sprache bedeutet der Vorname seiner Mutter Hoffnung. »Das  war  für  mich  ein  Ansporn, denn ich wollte das Leben für uns alle verbessern.«

Die erste Etappe
Flucht Mohammed 2Von  Damaskus  aus machte er sich auf den Weg, durchquerte den Libanon auf dem Weg in die Türkei. »Ich hatte im Gepäck nur wenig Kleidung, ein Erste-Hilfe-Set, Schul- und Universitätszeugnisse und eine Bauchtasche mit Pass, Papieren und Geld.« In Istanbul traf Mohammed Ghunaim seinen jüngeren Bruder Abdullah (21) wieder, der bereits zwei Jahre zuvor sein Glück im Nachbarland gesucht hatte. »Wir haben uns kaum wiedererkannt. Es war ein großes Glück, ihn endlich wieder in die Arme zu schließen.« Die Lebensbedingungen in der Türkei seien für die Brüder schwierig gewesen. »Abdullah verdiente etwa 20 Dollar für 16 Stunden Arbeit als Fischer. Wir mussten auf der Straße schlafen. Uns ist schnell klar geworden, dass wir nach Europa müssen, um unser Leben wirklich zu verbessern.«

Der Daumen auf Damaskus, der Zeigefinger in Deutschland: Mohammed Ghunaim hat 4000 Kilometer zurückgelegt. Foto: Kai Wessel


Das 1300-Dollar-Ticket
In der türkischen Küstenstadt Izmir kauften sich die Brüder für 1300 Dollar pro Person ein Ticket für die Überfahrt über die Ägäis auf die griechische Insel Lesbos. Nach drei Nächten, in denen sie versteckt in der Wildnis  gekauert und abgewartet hatten, gaben die Schmuggler  das  Signal  zum  Aufbruch:  Im  Morgengrauen  bestiegen  Abdullah  und  Mohammed Ghunaim ein kleines Boot, das sie und  50  andere  Menschen  nach Lesbos  brachte.  »An  Bord  waren auch Frauen und Kinder, die große Angst hatten und viel geweint haben. Für mich waren das die längsten  40  Minuten  meines  Lebens.« Momente wie die Ankunft auf Lesbos hat Mohammed Ghunaim festgehalten.  Mit  seiner  Videokamera hat er unzählige Fotos und Videos auf  seiner  Reise  gemacht.  »Ich
wollte  dokumentieren,  wie  die Flucht für viele tausend Menschen wirklich aussieht.«

Die Balkan-Route
Über  Athen  fuhren  die  Brüder weiter nach Mazedonien und Serbien, bis nach Kroatien. »Bis dahin haben  wir  schon  schlimme  Verhältnisse in den Flüchtlingscamps gesehen. Es gab wenig Essen und viel Ärger«, sagt Mohammed Ghunaim.  In  Kroatien  und  Slowenien habe er sich wie ein Verbrecher gefühlt: »Wir wurden stark bewacht. Im Lager fühlte es sich an wie in einem  Gefängnis.  Wir  haben versucht, die Lage zu organisieren.
Die Helfer waren überfordert und haben  sich  über  unsere  Hilfe  gefreut. Es geht darum, wie viel man geben kann, und nicht darum, wie viel man nimmt.« Über Österreich (»In Wien habe ich mich endlich wieder wie ein richtiger Mensch gefühlt«) erreichten die Brüder das bayerische Passau nur 18 Tage nach Mohammed Ghunaims Aufbruch in Damaskus. Mit dem Zug reisten die Brüder weiter nach Köln. »Der Anblick des Doms hat uns sehr beeindruckt. Wir lagen uns in den Armen und haben gelacht wie kleine Kinder«, sagt der 25-Jährige.

Flucht Mohammed 3Flucht Mohammed 4Flucht Mohammed 5

Bild links: Mohammed Ghunaim im Flüchtlings-Camp in Slowenien: 1500 Menschen warten unter freiem Himmel auf ihre Registrierung. 

Bild mitte: Am Bahnhof: Die Gruppe mit Mohammed Ghunaim (links) und seinem Bruder Abdullah (vorne rechts) wartet auf den Zug nach Kroatien. 

Bild rechts: Ghunaim ist in Wien angekommen, hinten der Stephansdom.

 

Von Köln ins Eggetal
In Köln trafen die Brüder durch Zufall ihren Cousin Yamen (24), der ebenfalls geflüchtet war. Sie setzen ihre Reise zu dritt fort. Sie kamen in Aufnahmezentren in Dortmund, Selm und Moers. In Münster wurden sie als Flüchtlinge registriert. Anschließend verlegten die Behörden die drei Syrer nach Preußisch Oldendorf, zuletzt kamen sie in ein kleines Haus im Eggetal. Dank der Hilfe des Vereins »Asyl Pro« konnten sie erste Kontakte knüpfen. Im Begegnungscafé des Vereins berichtete das Trio von seiner Flucht. »Die Deutschen, die ich bislang kennengelernt habe, sind sehr nett und hilfsbereit, sagt Mohammed Ghunaim. Dafür empfänden er und seine Verwandten große Dankbarkeit.

Zukunftspläne
Mohammed Ghunaim will sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen. Er lernt jeden Tag vier Stunden Deutsch. »Sprache ist das Entscheidende für mich«, sagt er. »Mein  deutscher Lieblingssatz ist "›Man lernt nie aus"‹. Im Januar beginnt er als Freiwilliger beim DRK. Er hofft auf eine Festanstellung. Auch eine Arbeit als Journalist kann er sich vorstellen. »Natürlich vermissen Abdullah, Yamen und ich unsere  Familie. Wir halten aber so gut es geht Kontakt.« Besonders oft denkt Mohammed Ghunaim an seine Mutter Amal. Er hofft darauf, sie und seinen Vater eines Tages wiederzusehen.

www.ak-asylpro.de

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Kennenlernen-Treffen im Gemeindehaus.

Nachdem jetzt auch in Börninghausen  mehr geflüchtete Menschen Zuflucht finden, fand am 09.12.2015 im Gemeindehaus ein Kennenlernen-Treffen statt. Eingeladen waren alle Börninghauser, um die neuen Bewohner kennen zu lernen.

Die Resonanz war begeisternd. Die Räumlichkeiten des Gemeindezentrum waren kurz vorm Platzen. Aber: Alle hat es gefeut, Namenlose bekamen ein Gesicht, ein Lachen und eine Stimme. Bei Keksen, Kaffee und Tee wurde ein erster gemeinsamer schöner Abend verbracht - und alle waren sich einig darüber, dass es nicht der Letzte war.

Fotos: Tom Neumann

Eggetal Neue Nachbarn 1 2015Eggetal Neue Nachbarn 2 2015

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Ehemalige Gründungsmitglieder wieder im Vorstand des Fördervereins Eggetaler Kids.

Am 15. Dezember traf sich der neu bestellte Vorstand des Fördervereins „Eggetaler Kids“ im AWO Familienzentrum um den 40 Kindergartenkindern die traditionellen Weihnachtspäckchen zu überreichen. Neben Obst und Schokolade erfreuten sich die Kinder in diesem Jahr über kleine Stempel.

Monique Kreimer als erste Vorsitzende freut sich über die Unterstützung des neuen Vorstandes.
Neu bestimmt wurden Antje Arndt als 2. Vorsitzende und Sven Becker als Kassierer. Agnes Meyer bleibt als Schriftführerin im Amt. „Frau Arndt und Sven Becker als ehemalige Gründungsmitglieder wieder für die Vorstandsarbeit gewinnen zu können, ist ein großer Vorteil. Beide sind dem Kindergarten und dem Eggetal sehr verbunden und kennen sich in der Vereinsarbeit gut aus.“

So sieht der Förderverein einem ereignisreichem Jahr entgegen. Geplante Aktionen sind eine Fahrt mit dem Kindergarten zum Pickertessen sowie ein Ausflug zum „Steckenpferd“ in Muckum. Im Spätsommer 2016 feiert der Förderverein das 10-jährige Bestehen. Zu diesem Ereignis sind die Vorstandsmitglieder bereits mit der Kindergartenleiterin Frau Kleffmann im Gespräch, um diesen runden Geburtstag entsprechend zu feiern.

 

Vorstand Eggetaler Kids 2015Kreimer Eggetaler Kids Weihnachtsgeschenke 2015

Bild links: Wurden neu in den Vorstand des Fördervereins "Eggetaler Kids" gewählt: (von links) Agnes Meyer (Schriftführerin), Rabea Kleffmann (Leiterin AWO-Familienzentrum), Monique Kreimer (1. Vorsitzende), Antje Arndt (2. Vorsitzende) und Sven Becker (Kassierer).

Bild rechts: Monique Kreimer überreicht den Kindern des AWO-Familienzentrums in Börninghausen die Geschenke.

Fotos: M.Kreimer

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Grundschule wird für Flüchtlinge umgebaut: Eggetaler stellen kritische Fragen – und blicken nach vorn.

Die ehemalige Grundschule in Börninghausen wird zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Das hat der Sozial- und Jugendausschuss auf seiner Sitzung am Freitag in der Turnhalle Börninghausen beschlossen. Das Interesse der Bürger war groß. Während einer Unterbrechung hatten die Eggetaler Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich zu der geplanten Nutzung zu äußern.
 
SozAusS Eggetal 1 2015CornliaMueller
Großes Interesse in Börninghausen
Der Sozialausschuss und Bürgermeister Marko Steiner stellen die Pläne zum Umbau der Grundschule vor.
 
Wenig überraschend brachen auch einige nicht verheilte Wunden wieder auf. Die für viele Eltern überstürzte Schließung der Schule im Sommer ist im Eggetal immer noch umstritten: „Das Engagement und die Kreativität, die Sie jetzt an den Tag legen, die hätte ich mir beim Erhalt der Schule gewünscht“, kritisierte Thorsten Bunde. Mike Schwarz äußerte sein Unverständnis darüber, dass einerseits 50.000 Euro durch die Schließung der Schule eingespart werden sollten, nur um jetzt 140.000 Euro für den Umbau auszugeben. SozAusS Eggetal Schwarz 2015CornliaMueller„Wo kommt das Geld plötzlich her?“ Die Enttäuschung gipfelte in der Unterstellung, man habe die Eltern bewusst getäuscht und die Nachnutzung des Gebäudes zur Flüchtlingsunterbringung schon bei der Schließung der Schule im Sinn gehabt.
Der Eggetaler Mike Schwarz kritisierte, dass der „ganz große Wille“ zur Schulerhaltung nicht erkennbar gewesen sei.
Verwaltung und Rat widersprachen energisch: „Wir sind von den Ereignissen überrollt worden,“ erklärte Bürgermeister Steiner. Die Stadt habe keine Wahl: „Wir werden von oben verpflichtet, die Flüchtlinge unterzubringen.“ Sparsamer als durch die vorgelegten Pläne sei das nicht möglich. Eine schlecht ausgestattete Massenunterkunft oder gar die Unterbringung in Zelten sei keine Alternative: „Das verursacht nur mehr Probleme und damit mehr Kosten. Wir wollen die Flüchtlinge so menschenwürdig unterbringen wie möglich und sozialen Frieden in der Unterkunft haben.“
SozAusS Eggetal Lang 2015CornliaMuellerHans Werner Lang, bei der Stadt Preußisch Oldendorf für die Betreuung der Flüchtlinge zuständig, bestätigte, dass sich die Unterbringung in überschaubaren Gruppen bewährt habe. In der Grundschule sollen nach dem Umbau, bei dem möglichst wenig in die Bausubstanz eingegriffen werden soll, bis zu 40 Flüchtlinge leben können, erläuterte Siegfried Spanehl vom Gebäudemanagement der Stadt. Die Klassenräume werden in Leichtbauweise in Zimmer für eine Person oder zwei Personen unterteilt, hinzu kommen ein Gemeinschaftsraum und zwei Küchen. Da Duschmöglichkeiten fehlen, sollen Sanitär-Container aufgestellt werden.
Betreuer Hans Werner Lang informierte über die derzeitige Flüchtlingsunterbringung in Preußisch Oldendorf.
Fotos: C.Müller
Der Umbau soll möglichst schnell über die Bühne gehen. „Wenn alles gut geht, könnten die Räume im Januar 2016 bezugsfertig sein“, kündigte Bürgermeister Steiner an.

Mit der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in der Grundschule Börninghausen – das einzige zur Zeit ungenutzte städtische Gebäude – behalte die Gemeinde das Heft des Handelns in der Hand: „Ich möchte in Preußisch Oldendorf keine überstürzte Unterbringung, wie wir sie in Lübbecke gehabt haben,“ betonte Hannelore Lösche (Bündnis 90/Die Grünen). Diese Ansicht wurde von den übrigen Ausschussmitgliedern geteilt. Einstimmig (bei einer Enthaltung) sprach sich der Sozialausschuss für die Nutzung der Grundschule als Flüchtlingsunterkunft aus. Für wie lange, bleibt offen – länger allerdings, als die zwölf Wohnungen, die die Stadt momentan zur dezentralen Unterbringung angemietet hat: „Wir glauben nicht, dass sich die Flüchtlingssituation so schnell entspannen wird“, sagte Iris Pfeiff (SPD). „Falls ja, gehen wir natürlich davon aus, dass die Mietobjekte aufgegeben werden und eigene Gebäude genutzt werden.“

Unüberhörbar war trotz aller kritischer Nachfragen die generelle Bereitschaft der Bürger, die zu erwartenden Flüchtlinge möglichst selbstverständlich in das Dorfleben von Börninghausen zu integrieren. Man habe sich in der Kirchengemeinde und in den Vereinen zu diesem Thema bereits viele Gedanken gemacht, sagte Pfarrerin Hilke Vollert. Dr. Robert Rae und seine Frau Bettina sahen hier sogar ganz handfeste Chancen: „Wenn man Ideen entwickelt, wie man Beschäftigungsmöglichkeiten für die Flüchtlinge schafft, könnte man damit das Eggetal gleichzeitig aufwerten. Denkbar wäre zum Beispiel ein Laden-Projekt.“
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