• Die Gemeinde
    BÖRNINGHAUSEN - BÜSCHERHEIDE - EININGHAUSEN
    Unser Zuhause ist das Eggetal.
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    Unser Zuhause ist das Eggetal.

Du lebst wo Du Dich wohlfühlst.

Das Eggetal gehört zur Stadt Preußisch Oldendorf - eine Stadt mit Geschichte, eingebettet in der grünen Idylle des Wiehengebirges. Gelegen zwischen den alten Bischofsstädten Osnabrück und Minden im Norden Westfalens. Die landschaftlich reizvollen Orte und die Menschen machen das Eggetal so lebenswert. Ein breitgefächertes Vereinsleben belebt das gesellschaftliche Miteinander und fördert das Heimatbewusstsein der "Eggetaler".

Die Gemeinde

Arbeitskreis Asyl PrO: Interkultureller Männergesprächskreis wurde gut angenommen. Weitere Helfer gesucht.

Fast jeder redet über Flüchtlinge, aber fast niemand redet mit ihnen. Seit der Silvesternacht droht die Willkommenskultur in Deutschland in Frage gestellt zu werden. Einige reagieren mit Verunsicherung, Ängsten oder Ablehnung. Klar ist, die meisten Probleme entstehen aus Mangel an Verständnis untereinander. Integration kann nur gelingen, wenn man miteinander redet.

Deshalb fand in Börninghausen jetzt zum ersten Mal ein interkultureller Männergesprächskreis statt, vom Arbeitskreis Asyl PrO initiiert, und von ehrenamtlichen Mitarbeitern geleitet.

 asylpro 12022016

Kamen mit den Flüchtlingen ins Gespräch
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Arbeitskreises (v.l.) Peter Bartetzko, Jürgen Rolfs, Jörg Gesch. Pastor Steffen Bäcker und Kohammed Ghunaim haben den Männergesprächskreis im Gemeindehaus moderiert.

 

Etwa 20 Männer (Syrer, Pakistani, Iraker, Iraner, Männer aus Bangladesch) und eine Frau aus der Mongolei, dazu die Ehrenamtlichen Steffen Bäcker, Peter Bartetzko, Jörg Gesch, Jürgen Rolfs und Mohammed Ghunaim haben mit Hilfe von Bildern und Symbolen über Gleichberechtigung von Männern und Frauen, Religionsfreiheit und Erwartungshaltungen gesprochen. Schnell wurde deutlich, dass es den Männern in erster Linie darum geht, hier in Sicherheit und Frieden leben zu können. Das Team von Asyl PrO hat versucht, den Männern etwas mitzugeben, etwas, was sie für ein gutes und womöglich erfolgreiches Leben in Deutschland brauchen, nämlich vor allem die Beachtung bestehender Gesetze und kultureller Werte und Normen, wie ein selbstbestimmter, respektvoller und gewaltfreier Umgang von Männern mit Frauen.

Der Arbeitskreis Asyl PrO wird diese Gesprächsrunde wiederholen. Dieser Abend war ein Anfang, bei dem deutlich wurde, dass der Kontakt zu den Flüchtlingen das Wichtigste ist. Und dass man mehr miteinander reden muss, wobei es dabei weniger um Belehrung geht, sondern um Hilfestellung hier gut leben zu können.

Der Arbeitskreis Asyl PrO benötigt für diese Arbeit weiter Hilfe. Jeder, der sich hier ehrenamtlich engagieren will, ist herzlich willkommen.

www.ak-asylpro.de

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Hilfe: Evangelische Jugend Börninghausen und Bad Holzhausen spendet Hälfte des Erlöses aus Tannenbaumaktion für ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Pr. Oldendorf

Gutes tun, um Hilfe vor Ort leisten zu können: Knapp 100 Ehrenamtliche haben einen Vormittag lang in Bad Holzhausen und Börninghausen Tannenbäume und Spenden eingesammelt. 3.500 Euro kamen so zusammen, die Hälfte des Geldes - 1.750 Euro - spendete die evangelische Jugend aus Börninghausen und Bad Holzhausen jetzt an den Arbeitskreis Asyl PrO.

Beim Café International im umgestalteten Gemeindehaus in Börninghausen treffen sich die jungen Männer, die jetzt in der Unterkunft in der alten Grundschule wohnen, gern zum Kickern und Quatschen, auch einige Eggetaler sind immer dabei.

 

asylpro 10022016

Freude im Café International

Im Gemeindehaus in Börninghausen übergaben Maria Truschkowski und Jan Patrick Lübbert (in blauen Polo-Shirts) den symbolischen Scheck an die Aktiven des Arbeitskreises Asyl PrO. Mit dabei waren auch einige Neu-Börninghauser. | © Sandra Spieker

 

Dieses Mal hatten Jan Patrick Lübbert und Maria Truschkowski von der evangelischen Jugend in Bad Holzhausen und Börninghausen eine frohe Botschaft im Gepäck - genauer gesagt einen großen Scheck für den Arbeitskreis Asyl PrO. "Wir haben gemeinsam überlegt und gesagt, es ist wichtig, hier vor Ort zu helfen", sagt Jan Patrick Lübbert.

Sonst floss der Erlös aus der Tannenbaum-Aktion, die die evangelische Jugend seit Jahrzehnten durchführt, immer komplett in die Jugendarbeit der Kirchengemeinden. Doch angesichts der derzeitigen Flüchtlingssituation habe man sich dieses Mal anders entschieden, so Lübbert. Die Hälfte geht daher an die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit in Pr. Oldendorf.

Die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl PrO freut das natürlich sehr. "Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung", sagen sie. Der Arbeitskreis will dort helfen, wo das Budget der Stadt an Grenzen stößt. Derzeit werde dringend Geld für den Sprachunterricht, für Fahrkarten und für Kinder(erst)ausstattung benötigt. Auch sollen Integrationsbroschüren in mehreren Sprachen erstellt und weiteres Material für die neue Fahrradwerkstatt angeschafft werden.

Die Kirchengemeinde Börninghausen etwa sei ein großer Unterstützer für die Flüchtlingsarbeit, sagen die Aktiven des Arbeitskreises. So veranstaltet die Kirchengemeinde etwa das wöchentliche Café International im Gemeindehaus Börninghausen in Eigenregie. Der Arbeitskreis Asyl PrO Sucht weiterhin Ehrenamtliche zur Verstärkung, vor allem auch Hauspaten.

 

Information

Drei Treffpunkte Drei Begegnungscafés gibt es im gesamten Stadtgebiet Pr. Oldendorf: Das Café International im evangelischen Jugendzentrum an der Spiegelstraße in Pr. Oldendorf findet jeden Mittwoch in der Zeit von 16 bis 18 Uhr statt. Zur gleichen Zeit wurde jetzt auch ein Begegnungscafé im städtischen Jugendtreff an der Langenhegge eingerichtet, um das gut besuchte evangelische Jugendzentrum zu entlasten.

In Börninghausen gibt es seit Januar jeden Montag von 17 bis 19 Uhr das Café International im Gemeindehaus (An der Kirche). Es findet in Eigenregie der örtlichen Kirchengemeinde statt.

 Was den Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl PrO immer noch fehlt, ist ein Lager-/Büroraum. Auf der Internetseite des Arbeitskreises gibt es auch ein Forum, in dem sich Ehreamtliche schnell und unkompliziert austauschen können: www.ak-asylpro.de

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Über Lesbos und den Balkan: Journalist Mohammad Ghunaim (25) ist aus Syrien nach Deutschland geflohen.

Mohammad Ghunaim sitzt am Schreibtisch.  Auf dem Globus zeigt er die 4000 Kilometer lange Route, die ihn nach Deutschland geführt hat. Vor drei Monaten flüchtete er aus Syrien  vor  Bomben,  Terror und  Perspektivlosigkeit. Der 25-jährige Journalist hat seine Reise von Damaskus über den Balkan bis nach Börninghausen mit Bildern dokumentiert.

 

Flucht Mohammed 1

Der Kniefall von Lesbos
Dieses Foto hat Mohammed Ghunaim nach der Schlauchboot-Fahrt auf die Insel gemacht. Zu sehen ist auch, wie ein Helfer zwei Kinder an Land bringt.


Waffen und Gewalt
Seine  Motivation zur Flucht sei vor allem eins gewesen: »Angst«, sagt Ghunaim. Angst vor dem IS, vor Waffen und Gewalt. »In Syrien hat sich durch den Krieg alles verändert. Unsere Heimat wird es sehr schwer haben. Ich sehe die Ereignisse dort als einen kleinen Weltkrieg, denn es sind viele Parteien involviert. Das Leben dort ist sehr hart«, sagt Mohammed Ghunaim. Er beschloss, aus dem Chaos zu  fliehen: »Meine  Eltern  wissen, dass ich mir immer sehr genaue Pläne mache, und dass ich vernünftig bin. Es war aber trotzdem sehr schwer, ihnen von meinen Plänen zu erzählen.«

Leben vor dem Krieg
Ghunaim hatte in Damaskus studiert und seinen Bachelor im Fach Medien, PR und Werbung erworben. Für das »Syrian Arab Red Crescent« (SARC), das Pendant des Deutschen Roten Kreuzes in  Syrien, war Ghunaim journalistisch als Informationsmanager tätig. Trotz seines festen Jobs verdiente er nur 150 US-Dollar im Monat. Zu wenig. Es reichte nicht, um auch noch seine Eltern Hatem (55) und Amal (50) finanziell zu unterstützen. »Mein Vater ist Bäcker. Er wurde krank und verlor seinen Job. Meine Mutter ist Lehrerin, doch auch in diesem Beruf verdient man in Syrien nur wenig Geld«, erzählt Ghunaim. In der persischen Sprache bedeutet der Vorname seiner Mutter Hoffnung. »Das  war  für  mich  ein  Ansporn, denn ich wollte das Leben für uns alle verbessern.«

Die erste Etappe
Flucht Mohammed 2Von  Damaskus  aus machte er sich auf den Weg, durchquerte den Libanon auf dem Weg in die Türkei. »Ich hatte im Gepäck nur wenig Kleidung, ein Erste-Hilfe-Set, Schul- und Universitätszeugnisse und eine Bauchtasche mit Pass, Papieren und Geld.« In Istanbul traf Mohammed Ghunaim seinen jüngeren Bruder Abdullah (21) wieder, der bereits zwei Jahre zuvor sein Glück im Nachbarland gesucht hatte. »Wir haben uns kaum wiedererkannt. Es war ein großes Glück, ihn endlich wieder in die Arme zu schließen.« Die Lebensbedingungen in der Türkei seien für die Brüder schwierig gewesen. »Abdullah verdiente etwa 20 Dollar für 16 Stunden Arbeit als Fischer. Wir mussten auf der Straße schlafen. Uns ist schnell klar geworden, dass wir nach Europa müssen, um unser Leben wirklich zu verbessern.«

Der Daumen auf Damaskus, der Zeigefinger in Deutschland: Mohammed Ghunaim hat 4000 Kilometer zurückgelegt. Foto: Kai Wessel


Das 1300-Dollar-Ticket
In der türkischen Küstenstadt Izmir kauften sich die Brüder für 1300 Dollar pro Person ein Ticket für die Überfahrt über die Ägäis auf die griechische Insel Lesbos. Nach drei Nächten, in denen sie versteckt in der Wildnis  gekauert und abgewartet hatten, gaben die Schmuggler  das  Signal  zum  Aufbruch:  Im  Morgengrauen  bestiegen  Abdullah  und  Mohammed Ghunaim ein kleines Boot, das sie und  50  andere  Menschen  nach Lesbos  brachte.  »An  Bord  waren auch Frauen und Kinder, die große Angst hatten und viel geweint haben. Für mich waren das die längsten  40  Minuten  meines  Lebens.« Momente wie die Ankunft auf Lesbos hat Mohammed Ghunaim festgehalten.  Mit  seiner  Videokamera hat er unzählige Fotos und Videos auf  seiner  Reise  gemacht.  »Ich
wollte  dokumentieren,  wie  die Flucht für viele tausend Menschen wirklich aussieht.«

Die Balkan-Route
Über  Athen  fuhren  die  Brüder weiter nach Mazedonien und Serbien, bis nach Kroatien. »Bis dahin haben  wir  schon  schlimme  Verhältnisse in den Flüchtlingscamps gesehen. Es gab wenig Essen und viel Ärger«, sagt Mohammed Ghunaim.  In  Kroatien  und  Slowenien habe er sich wie ein Verbrecher gefühlt: »Wir wurden stark bewacht. Im Lager fühlte es sich an wie in einem  Gefängnis.  Wir  haben versucht, die Lage zu organisieren.
Die Helfer waren überfordert und haben  sich  über  unsere  Hilfe  gefreut. Es geht darum, wie viel man geben kann, und nicht darum, wie viel man nimmt.« Über Österreich (»In Wien habe ich mich endlich wieder wie ein richtiger Mensch gefühlt«) erreichten die Brüder das bayerische Passau nur 18 Tage nach Mohammed Ghunaims Aufbruch in Damaskus. Mit dem Zug reisten die Brüder weiter nach Köln. »Der Anblick des Doms hat uns sehr beeindruckt. Wir lagen uns in den Armen und haben gelacht wie kleine Kinder«, sagt der 25-Jährige.

Flucht Mohammed 3Flucht Mohammed 4Flucht Mohammed 5

Bild links: Mohammed Ghunaim im Flüchtlings-Camp in Slowenien: 1500 Menschen warten unter freiem Himmel auf ihre Registrierung. 

Bild mitte: Am Bahnhof: Die Gruppe mit Mohammed Ghunaim (links) und seinem Bruder Abdullah (vorne rechts) wartet auf den Zug nach Kroatien. 

Bild rechts: Ghunaim ist in Wien angekommen, hinten der Stephansdom.

 

Von Köln ins Eggetal
In Köln trafen die Brüder durch Zufall ihren Cousin Yamen (24), der ebenfalls geflüchtet war. Sie setzen ihre Reise zu dritt fort. Sie kamen in Aufnahmezentren in Dortmund, Selm und Moers. In Münster wurden sie als Flüchtlinge registriert. Anschließend verlegten die Behörden die drei Syrer nach Preußisch Oldendorf, zuletzt kamen sie in ein kleines Haus im Eggetal. Dank der Hilfe des Vereins »Asyl Pro« konnten sie erste Kontakte knüpfen. Im Begegnungscafé des Vereins berichtete das Trio von seiner Flucht. »Die Deutschen, die ich bislang kennengelernt habe, sind sehr nett und hilfsbereit, sagt Mohammed Ghunaim. Dafür empfänden er und seine Verwandten große Dankbarkeit.

Zukunftspläne
Mohammed Ghunaim will sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen. Er lernt jeden Tag vier Stunden Deutsch. »Sprache ist das Entscheidende für mich«, sagt er. »Mein  deutscher Lieblingssatz ist "›Man lernt nie aus"‹. Im Januar beginnt er als Freiwilliger beim DRK. Er hofft auf eine Festanstellung. Auch eine Arbeit als Journalist kann er sich vorstellen. »Natürlich vermissen Abdullah, Yamen und ich unsere  Familie. Wir halten aber so gut es geht Kontakt.« Besonders oft denkt Mohammed Ghunaim an seine Mutter Amal. Er hofft darauf, sie und seinen Vater eines Tages wiederzusehen.

www.ak-asylpro.de

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Kennenlernen-Treffen im Gemeindehaus.

Nachdem jetzt auch in Börninghausen  mehr geflüchtete Menschen Zuflucht finden, fand am 09.12.2015 im Gemeindehaus ein Kennenlernen-Treffen statt. Eingeladen waren alle Börninghauser, um die neuen Bewohner kennen zu lernen.

Die Resonanz war begeisternd. Die Räumlichkeiten des Gemeindezentrum waren kurz vorm Platzen. Aber: Alle hat es gefeut, Namenlose bekamen ein Gesicht, ein Lachen und eine Stimme. Bei Keksen, Kaffee und Tee wurde ein erster gemeinsamer schöner Abend verbracht - und alle waren sich einig darüber, dass es nicht der Letzte war.

Fotos: Tom Neumann

Eggetal Neue Nachbarn 1 2015Eggetal Neue Nachbarn 2 2015

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